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[04.06.2012]    24 STUNDEN VON LE MANS

 FRANKREICH

ERSTE ERKENNTNISSE AUS DEM LE MANS-TESTTAG



Endlich: Es ist wieder laut in Le Mans. Dichtes Gedränge in der Boxengasse herrschte beim einzigen Testtag vor den 24 Stunden von Le Mans [Foto: Rolex / Jad Sherif]

Während des Le Mans Test-Tages konnten die 56 Autos, die zur 80. Ausgabe des 24-Stunden-Rennens eingeladen wurden, ihre letzten Vorbereitungen für das eigentliche Rennen treffen. Auch wenn die Zeitnahme nicht offiziell war, so waren es doch die Audi und Toyota LM P1 Autos, die die Tabelle nach der achtstündigen Testphase anführten. Das Ergebnis war sehr eng und die schnellsten Autos unterschieden sich durch nicht mal eine Sekunde.

Wie erwartet erzielten die starken LM P1 Autos die schnellsten Rundenzeiten. Nach der vierstündigen Testsession am Morgen lagen die ersten fünf Autos nur Sekunden voneinander entfernt und der Audi von Loïc Duval war das führende Auto. Der Rolex Botschafter Tom Kristensen war der Zweitschnellste im Audi Hybrid: „Das Auto mit Allradantrieb war großartig. Am Morgen regnete es ein bisschen und das ist, wenn wir die Quattro Technology lieben.“ Das Team von Toyota war überraschenderweise schnell, obwohl es bisher keine Erfahrung in Le Mans sammeln konnte. Der ehemalige Schweizer Formel 1 Fahrer Sébastien Buemi konnte sich schnell anpassen und war nur eine halbe Sekunde langsamer als die schnellste Zeit bei seinem ersten Besuch auf der historischen Strecke. In der zweiten Testsession hatte der Audi mit Allan McNish die schnellste Zeit des Tages und schlug seinen Teamkollegen Marcel Fässler mit über einer Sekunde.


Für Toyota dürfte der Testtag vor allem Ernüchterung gebracht haben. Im direkten Vergleich mit Audi fehlen den Japanern fast 3 Sekunden [Foto: Rolex / Jad Sherif]
Alexander Wurz war mit der viertbesten Zeit der beste Toyota Fahrer. In der LM P1 Klasse hingegen, erreichte der Strakka Racing Honda am Morgen eine zufrieden stellende Zeit, während der Lola-Toyota am Nachmittag ein gutes Ergebnis erzielen konnte. Peter Dumbreck, einer der Fahrer aus dem neuen JRM Team war glücklich, sich einfach nur qualifiziert zu haben: „Das Ganze ist komplett neu für unser Team, aber zusammen mit Brabham und Chandhok schafften wir es ohne größere Probleme“.

In der LM P2 Klasse gab es auch einen harten Kampf. Sowohl morgens als auch nachmittags erzielten die Autos mit Nissan Motoren die schnellsten Zeiten, aber waren weniger als eine halbe Sekunde schneller als die Prototypen von Honda. Auch wenn Martin Brundle in der Vergangenheit hier ein Gesamtsieger war, so konnte er heute nicht die Zeiten erzielen, die man sich gewünscht hätte. Brundle konnte 1988 das Rolex 24 At Daytona und 1990 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewinnen. Seine Partner sind sein Sohn Alex und der spanische Rennauto-Veteran Lucas Ordonez. Der jüngere Brundle aber war es, der während seines Debuts am meisten hervorstechen konnte. Die zwei niederländischen Fahrer hatten auch ihren ersten Auftritt hier und machten dabei unterschiedliche Erfahrungen. Yelmer Buurman im Status Grand Prix Lola war unter den schnelleren Autos, während das Rennen von Reiner van der Zande während des Tests von kleineren elektrischen Problemen gestört wurde, sodass der zweite Lola-Lotus die meiste Zeit in der Box verbrachte. Der neue Nissan DeltaWing im futuristischen Design, der in einer eigenen experimentellen Klasse fuhr, hatte keine größeren Probleme und konnte Zeiten, die man mit den Autos in der LM P2 Klasse vergleichen kann, erzielen.

Am Morgen zeigten die Ferraris wieder einmal ihre Schnelligkeit in der GTE Pro Klasse. Frédéric Makowiecki kam unmittelbar vor die ehemalige Formel 1 Legende Giancarlo Fisichella. Am Nachmittag jedoch kam einer der gelben Corvettes, der vom Amerikaner Tommy Milner gefahren wurde, an die Spitze des Klassements. Sein Landsmann und ebenso Corvette-Fahrer Jordan Taylor hingegen, musste als Neuling auch eine Niederlage einstecken. Er hatte Pech und baute einen Unfall: „Ich kam direkt aus Detroit hierher, wo ich in der GT Klasse in der Detroit Rolex GrandAm Serie siegte. Ich schaffte die zehn Qualifikationsrunden ohne Probleme, verlor den Wagen aber in der 12. Runde“.

In der GTE Am Klasse erzielte der Aston Martin mit seinen dänischen Fahrern die besten Zeiten, gefolgt von dem Larbre Competition Corvette und dem Flying Lizard Porsche. Der amerikanische Ferrari Fahrer Brian Vickers hatte in den ersten Runden auf der Strecke sehr viel Spaß, auch wenn es zeitweise regnete: „Am Anfang musste ich erst noch die richtige Linie finden und musste sehr auf die schnelleren Autos achten. Nach einigen Runden hatte ich aber ein gutes Gefühl und die Rundenzeiten verkürzten sich signifikant“. Später am Tag hätte es beinahe ein Unglück gegeben als Vickers‘ Partner sich im Ferrari drehte und die Karosserie beschädigte.

Alle 56 qualifizierten Teams werden nun in Le Mans bleiben und ab kommenden Samstag mit der Feinabstimmung beginnen. Das Training für die 80. Ausgabe dieses klassischen Events beginnt am Mittwoch, den 13. Juni. Nur drei Tage später, am Samstag, den 16. Juni, wird für die Startaufstellung die grüne Flagge geschwenkt; genau dann, wenn die offizielle Rolex Stoppuhr 3 Uhr Nachmittag anzeigt.

 

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