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Der sympathische Däne kennt die Strecke in Le Mans durch seine vielen Einsätze für Audi und Bentley. Er sagt uns, was ein Fahrer in einer Runde so alles durchlebt und an welchen Stellen man besonders gut aufpassen muss, um den Wagen nicht wegzuwerfen. Dabei macht es auch Unterschiede, wann man unterwegs ist.

Auch bekannt als Mr. Le Mans: Tom Kristensen. Kein Fahrer konnte das Rennen öfter gewinnen als der sympathische Däne, der in seiner Heimat mindest so bekannt ist wie bei uns Michael Schumacher [Foto: Audi]

Für mich ist Le Mans das größte Rennen der Welt. Ich werde niemals meine erste Teilnahme vergessen: die Strecke, die Fans und die fantastische Stimmung – davon erzähle ich später noch meinen Enkelkindern. Aber Le Mans ist nicht nur eine große Show, sondern auch eine riesige Herausforderung für jeden Fahrer. Du musst mit tief stehender Sonne, Dunkelheit und vielleicht sogar Regen klar kommen – und das alles rund um die Uhr.

Im fünften Gang kommst du auf die erste Schikane zu, bremst in den zweiten Gang runter. Dabei kannst du links ruhig die Kerbs leicht berühren. Dann geht es unter der Dunlop-Brücke hindurch in eine wahnsinnig schnelle Schikane mit einer eingebauten Steilkurve, die sehr schwierig zu fahren ist. Die letzte Rechtskurve vor der langen Mulsanne-Geraden, die ich im dritten oder vierten Gang fahre, ist gefährlich. Hier gibt es Bodenwellen und bei Regen sammelt sich viel Wasser auf der Strecke. Es ist aber sehr wichtig, hier reichlich Speed für die Vollgaspassage mitzunehmen.

Auf der Geraden erreichen wir in diesem Jahr die Höchstgeschwindigkeit von rund 340 km/h. Beim harten Anbremsen der ersten Schikane wird es schwierig, weil es überall Spurrillen gibt – schließlich fahren wir hier auf einer gewöhnlichen Landstraße. Die Schikane selbst ist kein Problem, aber danach musst du gleich auf dem Gas stehen für die nächste Gerade bis zur zweiten Schikane. Die geht etwas schneller, im dritten Gang, und man behält mehr Schwung.

Der nächste Teil vor der Mulsanne Haarnadelkurve ist vor allem im Dunkeln unheimlich aufregend: Du kommst über den Hügel und musst genau den richtigen Punkt zum Anbremsen finden – und der liegt hier sehr spät. Wenn man zu früh bremst, dann nimmt man alle Bodenwellen mit und das Auto springt bis in die Kurve hinein. Hier braucht man eine große Portion Mut.

Nach der langsamsten Stelle des Kurses wird es unheimlich eng: Plötzlich gibt es keinen Asphalt, sondern nur noch Gras und Bäume neben der Strecke. Der Abschnitt sieht gerade aus, hat aber einen leichten Rechtsknick. Trotzdem geht der Bogen voll. Die Indianapolis wird im vierten Gang und sehr schnell genommen. Etwas macht diese Kombination besonders heikel: Morgens, wenn die Sonne aufgeht, scheint sie dir genau ins Gesicht, und du siehst überhaupt nichts mehr – ein wirklich komisches Gefühl.


Nach der Arnage, einer langsamen 90-Grad-Rechtskurve im zweiten Gang, geht es zu meiner Lieblingskombination. Bei der ersten Rechts kommt man von der Landstraße auf die echte Rennstrecke von Le Mans. Beim Einlenken gibt es einen großen Buckel, die nächste Links geht voll, dann muss man ein bisschen lupfen. Die ganzen Porsche-Kurven sind nicht sehr breit. Man fährt aber wie ein Zug auf Schienen, weil es keine Bodenwellen und jede Menge Grip gibt. Gerade nachts kann man hier eine Menge Zeit gewinnen, wenn man seinem Auto vertraut.

Der Anbremspunkt für die Schikane vor der Zielgerade liegt genau am Eingang zur Boxengasse. Dann wieder Vollgas und der Blick zur Boxenmauer, was mir mein Team anzeigt. Hoffentlich steht ein Plus auf der Tafel ...



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