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Die Stadt Le Mans

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Das Rennen und die Strecke sind wohl nicht nur jedem Motorsportfan ein Begriff. Doch man nach der Stadt und wo sie überhaupt liegt fragt, kennt kaum jemand die Antwort.

Die Stadt ist nicht nur berühmt für das 24 Stunden-Rennen, sondern auch für seine bewegt Geschichte und die historischen Gebäude.

Le Mans liegt im Nordwesten Frankreichs und ist die östlichste Großstadt des Pays de Loire. Sie wird von der Sarthe, einem Nebenfluss der Loire durchquert. In Le Mans leben etwa 150.300 Menschen. Sie ist eine bedeutende Industriestadt Frankreichs, in der Fahrzeuge, Landmaschinen, Schienenfahrzeuge, Chemikalien, Bekleidung und Lebensmittel hergestellt werden.

In der Innenstadt gibt es einige historische Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die Kathedrale Saint Julien (Baubeginn 11. Jahrhundert) oder der Kirche Notre-Dame-de-la-Couture (Baubeginn 10.Jahrhundert). Die bekannteste kulturelle Attraktion ist, klar, das 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Wer Le Mans hört, der denkt unwillkürlich an das berühmte 24-Stunden-Rennen. Im Inneren der Rennbahn befindet sich das bekannteste Automobilmuseums Frankreichs mit über 300 Automobilen aller Typen und Baujahre. Mit einer Bevölkerung von 190.000 Einwohnern ist die Stadt geographisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Départements Sarthe in Frankreich.

Die Stadt Le Mans selbst ist vor allem berühmt und bekannt wegen seiner historischen Altstadt, die sich über eine Fläche von rund acht Hektar erstreckt. Sie entstand auf einem Hügel innerhalb einer bedeutenden gallo-römischen Befestigungsanlage, die gegen Ende des 3. Jahrhunderts gebaut wurde. Die aus Stein und Ziegeln errichteten gewaltigen Mauern und Türme präsentieren sich fast unverändert, so, wie sie schon die Belagerer im Mittelalter erblickten. Im nördlichen Teil der Altstadt erhebt sich majestätisch die Kathedrale St. Julien mit ihrem romanischen Längsschiff und dem zum Himmel strebenden gotischen Chor.


Aus Le Mans stammt auch der Schutzpatron der Stadt und des Bistums Paderborn, der Hl. Liborius, der dort im 4. Jahrhundert Bischof war. Im Jahre 836 wurden seine Reliquien in feierlicher Prozession von Le Mans nach Paderborn überführt. Seither besteht eine enge Verbindung zwischen den beiden Städten - wahrscheinlich die älteste Städtefreundschaft der Welt.

DIE GESCHICHTE DER STADT

Ca. 4 000 v.Chr. lebte auf einem Hügel, der sich oberhalb der Sarthe erhob, ein prähistorischer Stamm. Als Zeuge dieses Stammes findet man noch heute einen Hinkelstein, der an einer der Mauern der Kathedrale aufgerichtet ist. Als im Jahre 57 v.Chr. die römischen Legionen die Region eroberten, hieß der von den Kelten des Stammes Aulerques, Cénomans bewohnte Ort VINDUNUM.

Gegen 270 war aufgrund von Germaneneinfällen die Errichtung der gallo-römischen Stadtmauer erforderlich, die sicherlich eine der besterhaltensten Frankreichs ist. Innerhalb der Befestigungsanlage konnten sich die Einwohner zur Flucht und zum Schutz zurückziehen. Um die erste Kathedrale herum wurde schliesslich eine mittelalterliche Stadt errichtet. Die Stadtmauer konnte 1068 Wilhelm, Graf der Normandie, nicht davon abhalten, Le Mans zu belagern.

1129 errichtete Geoffroy, Sohn des Grafen Foulque V. von Anjou und Eremburge, die Dynastie der Plantagenêt. 1138 wurde Heinrich II. in Le Mans geboren, er heiratete Aliénor von Aquitaine und wurde schließlich König von England. Sein Herrschaftsgebiet dehnte sich von Schottland bis zu den Pyrenäen aus. Der Sohn von Heinrich II., Richard Löwenherz, heiratete auf Zypern Berengera, Prinzessin von Navarre. Als Witwe kehrte Berengera 1204 nach Le Mans zurück und gründete die Abtei Epau.

1189 nahm Phillipe Auguste die Stadt ein, deren Entwicklung von nun an an die Krone gebunden war. Jean de Valois, später Jean le Bon genannt, wurde 1319 in Le Mans geboren. Von 1346 bis 1456 litt die Stadt unter dem 100 jährigen Krieg. 1481 verlieh König Ludwig XI. Le Mans die 1. Charta für das Stadtrecht (Rathaus und Schöffenrat). Le Mans litt sehr unter den Religionskriegen. Im Jahre 1562 nahmen die Hugenotten die Stadt ein. Erst 1589, als Le Mans von Heinrich IV. erobert wurde, endete eine für die Stadt geschichtlich sehr schwierige Periode.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Le Mans zu einem Manufaktur- und Handelszentrum. Im Dezember 1793 litt Le Mans unter einer Schlacht zwischen republikanischen Truppen und Truppen der Vendée. Später begann der Architekt Bruyère mit der Gestaltung mehrerer städtischer Gebäude. 1855 erreichte die Stadt eine Einwohnerzahl von 40 000. Nach Kämpfen in der Nähe der Stadt im Januar 1871 war die Stadt Le Mans mit der preussischen Besatzung konfrontiert.

Von 1873 - 1914 konnte die Stadt eine hervorragende wirtschaftliche Entwicklung verzeichnen, z.B. ermöglichte die Familie Bollée dem Amerikaner Wilbur Wright, seinen Doppeldecker zu bauen und von August bis Dezember 1908 Flüge durchzuführen.
Während der Weltkriege von 1914/1918 und von 1939/1945 blieb die Stadt vor Zerstörungen verschont und wurde am 8. August 1944, nach Jahren unter deutscher Besatzung, befreit. Der Großraum Le Mans hatte am Ende des 2. Weltkrieges weit mehr als 100.000 Einwohner.



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